Mit dem Vierbeiner nach Schweden: So klappt der Urlaub mit Hund

Dünnbesiedelt und viel Natur mit Wald, Wiesen und dem ein oder anderen See – in Schweden fühlen sich auch Hunde pudelwohl. Umso schöner also, wenn der vierbeinige Freund einfach mit seinen Menschen in den Urlaub kommen darf. Da Schweden ein Mitglied der Europäischen Union ist, ist dies in den vergangenen Jahren immer einfacher geworden. Wir haben die allgemeinen Reisebedingungen plus wichtige Informationen zum Umgang mit dem Hund vor Ort für Hundebesitzer zusammengestellt.

Das Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen in der EU ist in den vergangenen Jahrzehnten immer einfacher geworden. Schrittweise wurden die Einreisebedingungen in den Mitgliedsstaaten gelockert und vereinheitlicht. Maßnahmen wie Quarantäne, eine schriftliche Genehmigung, ein Gesundheitsattest, der Tollwut-Antikörpernachweis, Entwurmung oder Impfungen gegen Leptospirose und Hundestaupe sind Schnee von gestern und heute nicht mehr vorgeschrieben.

Die jüngsten Änderungen in diesem Prozess gingen von der Verordnung VO (EU) Nr. 576/2013 aus. Sie gilt seit dem 29. Dezember 2014 und hat Vorgaben an das Ausfüllen des EU-Heimtierausweises und zum Reisen mit Welpen gebracht. Seitdem darf jeder Reisende in der EU nur maximal fünf Hunde mitführen. Bei einer größeren Anzahl gelten automatisch die Regelungen für den Handel mit Tieren.

Eine Wanderin streichelt ihren Hund in der schwedischen Natur.
Hunde können problemlos mit nach Schweden in den Urlaub genommen werden (Foto: Lindsten & Nilsson/imagebank.sweden.se).

Allgemeine Reisebedingungen

Alle Hunde brauchen einen EU-Heimtierausweis, um nach Schweden einzureisen. Er kann von einem niedergelassenen Tierarzt ausgestellt werden. Seit 2014 sieht dieser etwas anders aus und muss von Tierhalter und –arzt unterschrieben sein. Außerdem muss er die Kontaktdaten des ausstellenden Tierarztes enthalten. EU-Heimtierausweise, die vor dem 29. Dezember 2014 ausgestellt wurden, behalten ihre Gültigkeit.

Aus dem EU-Heimtierausweis müssen die Nummer der Tätowierung oder des Mikrochips hervorgehen, damit er sich eindeutig einem Tier zuordnen lässt. Weil sich Tätowierungen als nicht sehr zuverlässig herausgestellt haben – sie konnten im Laufe der Jahre unleserlich werden und ließen sich verfälschen oder gar entfernen – ist daher seit dem 3. Juli 2011 für neu gekennzeichnete Hunde nur noch der Mikrochip erlaubt. Der etwa reiskorngroße Mikrochip wird mit einer dicken Kanüle oberhalb der Schulter unter das Fell des Tieres gesetzt. Dort verwächst er allmählich mit dem Gewebe, so dass er nicht wandern kann, und lässt sich mit einem speziellen Lesegerät auslesen.

Daneben muss aus dem EU-Heimtierausweis hervorgehen, ob der Hund den vorgeschriebenen Impfschutz gegen Tollwut besitzt. Hierbei ist einmal zu beachten, dass die Impfung nicht vor der Anbringung des Mikrochips erfolgen darf, um eine eindeutige und unverwechselbare Zuordenbarkeit zum Tier zu gewährleisten. Außerdem muss der Impfschutz bei Reiseantritt fertig ausgebildet sein. Erstimpfungen müssen daher 21 Tage vor Grenzübergang erfolgen, Wiederholungsimpfungen brauchen eine entsprechende Vorlaufzeit. Wird die Auffrischung versäumt, gilt die Impfung wieder als Erstimpfung, was die Reise erneut um 21 Tage verzögert. Auch Welpen unterliegen der Impfpflicht. Für sie ist daher eine Reise frühestens im Alter von 15 Wochen möglich, da die Erstimpfung frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden darf und danach ebenfalls noch 21 Tage bis zur Ausbildung des wirksamen Impfschutzes vergehen.

Zuletzt sind mitgeführte Haustiere beim Zoll zu melden. Das lässt sich einfach über die Homepage des schwedischen Zolls unter www.tullverket.se erledigen. Informiere Dich rechtzeitig darüber, ob Du Deinen Hund bei einer Zollstation Deiner Wahl einführen kannst oder ob Du Dich an eine bestimmte Zollstation wenden musst.

Keine Sonderregelungen für Listenhunde

Aufatmen können Halter von Hunden, die per Gesetz als gefährlich oder potentiell gefährlich eingestuft werden. Auf sie kommen ebenfalls nur diese Allgemeinen Reisebedingungen zu. Während Dänemark beispielsweise 13 Hunderassen sowie Kreuzungen, in die diese Rassen eingehen, bestenfalls die Durchreise erlaubt, hat Schweden diesbezüglich keine Sonderregelungen erlassen.

Leinenpflicht in Setz- und Brutzeit

Unabhängig von ihrer Rasse gehören in jedem Fall Hundeleine mit ins Gepäck. Denn auch Schweden hat Orte und Zeiten, in denen Hunde nicht frei herum laufen dürfen. So besteht in der Zeit von 1. März bis zum 20. August in Wäldern und auf Feldwegen grundsätzlich Leinenpflicht. Dann ist Setz- und Brutzeit, in der die Jungtiere besonderen Schutz genießen. In der Jagdsaison gehören Hunde aus eigenem Interesse an die Leine. Informiere Dich auf der Homepage des Schwedischen Jagdverbundes unter https://jagareforbundet.se (Jakt > Jakttider) über die Jagdzeiten in Deiner Urlaubsregion. Zudem sind freilaufende Hunde immer dort nicht gerne gesehen, wo es zu einem Interessenkonflikt zwischen Mensch und Tier kommen kann. So müssen Hunde oft während der Badesaison am Meer oder dem Badesee an die Leine, wenn sie dort nicht sogar komplett verboten sind.

Vorsicht vor Zecken und Schlangen

Der Spaziergang an der Leine bringt noch einen Vorteil: Dass die Hunde in den schwedischen Wäldern nicht unbeaufsichtigt durchs Unterholz springen können. Die Zecken dort sind in erster Linie lästig; der Biss einer Kreuzotter kann zum Notfall werden. Mit ins Gepäck gehört daher auf jeden Fall eine gut ausgestattete Reiseapotheke. Informiere Dich auch vorher darüber, wo sich der nächste Tierarzt befindet und ob er auch an Sonn- und Feiertagen zu erreichen ist.

Wir müssen draußen blieben

In den öffentlichen Gebäuden Schwedens sind Hunde meistens nicht gestattet. Das gilt für Ämter, Behörden und Geschäfte ebenso wie für Restaurants oder Cafés. Dafür gibt es meist aber spezielle Außenbereiche, wo sie angeleint werden können, oft auch mit einem Napf. Eine charmante Ausnahme von dieser Regel hat die Stadt Kristianstad im Oktober 2018 gemacht. Dort hatte damals die Agility-Weltmeisterschaft stattgefunden. Überall, wo das Logo „Hundvänliga veckan“ angebracht war – auf Deutsch so viel wie „Hundefreundliche Woche“ – waren Vierbeiner herzlich willkommen. Auch im Mietwagen dürfen Hunde meistens nicht mitfahren, weil die Schweden Rücksicht auf Menschen mit Tierhaarallergie nehmen. Falls Du ein Auto, einen Wohnwagen oder einen Campervan mieten möchtest, solltest Du Dich daher rechtzeitig erkundigen, ob Dein Hund darin erlaubt ist.

Mit dem Hund auf der Fähre

Wer bei der Anreise mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs auf eine Fähre umsteigen muss, sollte sich im Vorfeld bei der Fährgesellschaft über die jeweiligen Bestimmungen an Bord erkundigen. Diese variieren üblicherweise von Fährgesellschaft zu Fährgesellschaft, teilweise sogar von Schiff zu Schiff. Normalerweise sind Hunde gerne gesehen – mal muss er aber bei der Buchung angegeben werden, mal genügt eine Anmeldung beim Check-In. Mal muss er im Kofferraum bleiben, mal einen Maulkorb tragen. Wenn eine Kabinenpflicht besteht (was bei den meisten Nachtfähren der Fall ist), muss für gewöhnlich eine spezielle Haustierkabine gebucht werden. Da diese nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine rechtzeitige Buchung.

Schwedenmakler wünscht einen tollen Urlaub!

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Vom Online-Ticket bis zum BroPass – So sparst Du Mautgebühren für die Öresundbrücke

Wer mit dem Auto nach Schweden reist, passiert in den allermeisten Fällen die Öresundbrücke.  Sie bildet zusammen mit dem Drogdentunnel und der künstlichen Insel Peberholm die knapp 16 Kilometer lange Öresundverbindung, die die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö in Schweden verbindet. Über sie rücken beide Städte auf nur rund 20 Minuten Fahrzeit zusammen, mit dem Zug wird die Strecke in 35 Minuten bewältigt.

Die Öresundbrücke (dänisch: Øresundsbroen, schwedisch: Öresundsbron) ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr. Seit sie am 1. Juli 2000 dem Verkehr übergeben wurde, fahren täglich mehrere tausend Fahrzeuge zwischen den beiden Städten hin und her. Da kommt was zusammen: 2018 wurde sie von insgesamt 7,5 Millionen Motorrädern, KFZ, Lieferwagen, Bussen und LKW befahren. Zur Refinanzierung der Bau- und Instandhaltungskosten erhebt der Betreiber deshalb Mautgebühren. Es gibt keine Möglichkeit, sie zu umgehen. Doch wer sich über die verschiedenen Kaufoptionen informiert, kann bares Geld sparen.

Die Öresundbrücke kostet Maut (Foto: Pixabay / Hans Stolpe)
Die Öresundbrücke kostet Maut – zur Refinanzierung der Bau- und Instandhaltungskosten.

Persönlich an der Bezahlstation

Eine Möglichkeit, seine Mautgebühr zu entrichten, ist, dies an der Bezahlstation zu erledigen. Die Terminals gibt es nur auf schwedischer Seite; auf dem Weg nach Schweden zahlt man daher nach der Überfahrt, auf dem Weg nach Dänemark davor. Dazu reihst Du dich wahlweise in die blaue (Selbstbedienung, mit Kreditkarte) oder gelbe Fahrspur (bemannt, für Barzahler) ein. Bei dieser Variante kostet die einfache Überfahrt mit einem PKW von bis zu sechs Metern Länge 53 Euro.

Online-Ticket  im Internet

Immerhin 5 Euro pro Fahrt sparen lassen sich, wenn Du das Ticket für die Überfahrt im Vorfeld online im Internet kaufst. Es lässt sich gleich für die Hin- und Rückfahrt erwerben, ist ab Kaufdatum 30 Tage gültig und unterliegt sogar einem 14-tägigen Rückgaberecht. Wenn Du beim Kauf das Kennzeichen deines Fahrzeugs angibst, kannst Du direkt durch die Bezahlstation an der Öresundbrücke fahren. Mit dem ausgedruckten Online-Ticket im Gepäck reihst Du dich in die grüne Fahrspur ein.

Kombiticket für Brücke und Fähre

Noch günstiger wird es, wenn Du dich für ein Kombiticket entscheidest, bei dem die Fähre gleich dabei ist. Dann sind gemäß der Preisliste für den Frühling 2020 die Überfahrt Puttgarden-Rødby und die Fahrt über die Öresundbrücke in der günstigsten Preiskategorie (Economy) zusammen schon ab 71 Euro (Nebensaison) bzw. 113 Euro (Hauptsaison) zu haben. Ein Kombiticket für die Fähre Rostock-Gedser kostet das Gleiche. Die Tickets sind bei dem Fährunternehmen Scandlines erhältlich.

Brückenabo mit dem ØresundBizz®

Zuletzt gibt es noch den BroPass. Dabei handelt es sich um ein Abonnement für die Öresundbrücke, das sich für Schwedenfans lohnen kann, die die Sehnsucht mehrmals im Jahr packt. Gegen eine Jahresgebühr von aktuell 43 Euro erhälst Du einen Transponder (ØresundBizz®), der dauerhaft im Auto an der Frontscheibe über dem Rückspiegel angebracht und automatisch ausgelesen wird. Bizz-Abonnenten brauchen also nichts Weiteres zu tun, als langsam auf der grünen Bizz-Fahrspur in Richtung Bezahlstation zu rollen. Irgendwann kommt ein Signalton, dann geht die Schranke auf und im gleichen Moment ist der Betrag von 23 Euro für einen PKW von bis zu sechs Metern Länge von der hinterlegten Kreditkarte abgebucht. Nach den ersten beiden Fahrten gleicht die Ersparnis nur die Jahresgebühr aus, ab der dritten Überfahrt jedoch sparst Du bares Geld. Und: Das Abo kann nach dem Urlaub jederzeit wieder gekündigt werden. Schneller geht es mit dem Bizz übrigens auch im Fährhafen: Am Bizz-Check-In brauchst Du weder nach Bargeld noch Kreditkarte zu suchen. Außerdem sparst Du die Bearbeitungsgebühr am Hafen. Der BroPas kann direkt bei der Betreibergesellschaft der Öresundbrücke gebucht werden. Einfach hier klicken.

Bizz ist nicht gleich Bizz

Gut zu wissen: Der ØresundBizz® wird auch an anderen Mautstellen in Skandinavien erkannt. Du kannst ihn an allen Bezahlstationen nutzen, die an EasyGo teilnehmen. Wenn Du Dich also einmal für BroPas angemeldet hast und den ØresundBizz® im Auto mitführst, kannst Du in auch in Dänemark und Norwegen die schnellen Spuren der Mautstellen nutzen. Außerdem kannst Du Deinen ØresundBizz für die Parkeinrichtungen auf dem Kopenhagener Flughafen Kastrup verwenden. Die Preise und Tipps, worauf Du beim Passieren anderer Anlagen achten musst, entnimmst Du bitte direkt bei EasyGo.

Die vier Bezahlmöglichkeiten im Überblick

ÖresundbrückeFähreSumme
Persönlich an der Bezahlstation53,00 €67,00 €120,00 €
Online-Ticket im Internet48,00 €67,00 €115,00 €
Kombiticket für Brücke und Fähre113,00 €
Brückenabo mit dem BroPass
23,00 €
67,00 €
90,00 €
+43 € Jahresgebühr

(Fallbeispiel: PKW von bis zu sechs Metern Länge, Hauptsaison, einfache Fahrt (Economy-Tarif), Fähren-Preisliste Scandlines Frühling 2020)

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