Einzug der Lichterkönigin: Das schwedische Luciafest

Die Lucia-Festlichkeiten stellen eine der wichtigsten kulturellen Traditionen in Schweden dar. Auch in Dänemark, Norwegen und Finnlandschweden wird die heilige Lucia gefeiert. Doch wer ist eigentlich Lucia und was hat ein Safrangebäck mit dem Lichterfest am 13. Dezember zu tun? 

Ein weißes Gewand, eine rote Schärpe um die Taille und ein mit brennenden Kerzen geschmückter Kranz auf dem Kopf: Viele schwedische Mädchen träumen davon, einmal im Leben die Lucia sein zu dürfen. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit haben sie die Chance dazu, wenn ganz Schweden am 13. Dezember den Tag der Lichterkönigin feiert. Die Wahl einer Lucia wurde erstmals im Jahr 1927 populär, als die Tageszeitung Stockholms Dagblad einen landesweiten Wettbewerb ausrief und nach einer Lucia suchte. Die Auserwählte durfte in die Rolle der Heiligen schlüpfen und an einer Prozession in Stockholm teilnehmen. In der lokalen Tradition geht das Luciafest bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. 

Überraschenderweise kommt die Legende des Festtages nicht aus Schweden, sondern aus Italien. Die heilige Lucia lebte von 283 bis 304 im sizilianischen Syrakus und war eine der frühesten christlichen Märtyrerinnen. Die Tradition des Kerzenkranzes geht auf eine Geschichte zurück, in der Lucia während der Zeit der Christenverfolgung ihre Glaubensbrüder mit Vorräten versorgte. Um den Weg durch die Dunkelheit zu erhellen, befestigte sie Kerzen an einen Kranz und trug diesen auf dem Kopf. Als Lucia als Christin enttarnt wurde, richtete man sie am 13. Dezember mit einem Schwerthieb hin. 

In der dunkelsten Zeit des Jahres soll das Luciafest Licht in die Herzen und Häuser der Schweden bringen. In „Sankta Lucia“, ein traditionelles Lucialied, wird die Bedeutung von Dunkelheit und Licht für das Fest deutlich: Schwer liegt die Finsternis auf unseren Gassen/Lang hat das Sonnenlicht uns schon verlassen/Kerzenglanz strömt durchs Haus/Treibt das Dunkel aus:/Santa Lucia! Santa Lucia! Santa Lucia!

So wird Lucia heute gefeiert 

Obwohl es in vielen Gemeinden einen abendlichen Luciagottesdienst (luciagudstjänst) gibt, ist das Fest am 13. Dezember heutzutage weniger kirchlich geprägt. Die Feierlichkeiten beginnen am Morgen (luciamorgon) in den Familien: Die älteste Tochter darf die Lucia spielen und den Kerzenkranz, der heute aus Sicherheitsgründen mit elektrischen Kerzen versehen ist, aufsetzen. Die Auserwählte serviert Pepparkakor und Lussekatter – süße, safranhaltige Brötchen in Form von zusammengerollten Katzen mit rosinenförmigen Augen. Auch wenn es sich viele Schweden wünschen, ist der Luciatag kein gesetzlicher Feiertag. Die Festlichkeiten werden daher in den Kindergärten, Schulen und am Arbeitsplatz fortgeführt. Begleitet wird die Lucia von tänor, Mädchen in ebenso weißen Gewändern und roten Schärpen. Im Luciachor singen sie gemeinsam traditionelle Lucialieder wie „Lusse Lelle“, „Staffansvisan“ und „Nu tändas tusen juleljus“, diealle Schweden von klein auf mitsingen können. 

Lussekatter selber backen

Lussekatter ist ein süßes Hefegebäck mit Safran – ein Gewürz, das den Teig gelb färbt und für einen besonderen Geschmack sorgt. Die kräftige gelbe Farbe soll die Sonne und das Licht symbolisieren. Am besten verzehrst du deine Lussekatter recht zügig, da sie schon nach wenigen Tagen trocken werden. Viele Schweden frieren das Safrangebäck gerne ein und servieren es erneut auf dem Julbord am Weihnachtsabend. 

Rezept für 30 Lussekatter:

Zutaten

  • 1 g Safran
  • 42 g frische Hefe oder ein Beutel Trockenhefe
  • 140 g Butter 
  • 150 g Zucker
  • 4 dl Milch 
  • 1/2 TL Salz
  • 750 g Mehl
  • 1 Ei
  • Rosinen 

Anleitung

  1. Die Butter schmelzen und mit Milch, Zucker und Safran mischen. Hefe dazu bröseln, Mehl und Salz hinzufügen und ca. 5 Minuten mit dem Knethaken der Küchenmaschine rühren lassen oder mit der Hand kneten. 
  2. Den Teig mit Mehl bestreuen und ca. 30 bis 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis der Teig ungefähr die doppelte Größe erreicht hat.
  3. Den Teig noch mal durchkneten und die Lussekatter formen.
  4. Die Lussekatter 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Anschließend mit einem gequirlten Ei bestreichen und mit Rosinen verzieren.
  5. Nun werden die Lussekatter für ca. 8 bis 10 Minuten bei 200° Ober-/Unterhitze gebacken. Danach auskühlen lassen.