Schweden im Herbst: Was die bunte Jahreszeit hier so besonders macht

Der Herbst kann eine ungemütliche Zeit sein. Es regnet viel und der erste Frost kommt immer früher, als man erwarten würde. Es wird wieder früher dunkel, die Tage werden kürzer und wenn die Uhren auf Winterzeit gestellt werden, fühlt es sich ein bisschen an, als würden wir mit einem Jetlag konfrontiert werden. 

Aber der Herbst hat auch gute Seiten – vor allem in Schweden. In den Monaten September und Oktober kann es in Schweden immer wieder sonnige und warme Tage des goldenen Herbstes geben. Und die klare, herbstliche Luft bringt die wilden Landschaften Schwedens noch besser hervor. Welche kulturellen Besonderheiten, Aktivitäten in der Wildnis und kulinarischen Highlights bringt der Herbst in Schweden noch mit sich?

Foto: Jan Huber

Der Herbst in Schweden steht für Gemütlichkeit. Dafür haben die Schweden sogar ein eigenes Wort 

Bei schlechtem Wetter ist zugegebenermaßen nicht alles schlecht. Besonders, wenn man es sich im Schwedenhaus gemütlich machen kann – zum Beispiel im Ferienhaus am See oder im Ferienhaus in Lappland. Die kalte Herbstluft in Schweden bedeutet auch gleichzeitig höstmys – grob übersetzt bedeutet das „herbstliche Gemütlichkeit“.

Mit dem Herbstbeginn in Schweden beginnt auch die Zeit der Kerzen, der Tees und der Rückkehr des warmen Kuschelspullovers. Und wenn du dich ganz besonders kreativ fühlst, bietet dir der Herbst in Schweden die Möglichkeit, die bunten Blätter, die jetzt im Überfluss vorhanden sind, zur Dekoration deines Schwedenhauses zu verwenden. Sei es in Jämtland , in Värmland oder in Kronoberg

Der Herbst in Schweden ist die Zeit der Pilze

Herbst in Schweden bedeutet, dass die Svampplockning-Saison, die Jahreszeit des Pilze-Sammelns beginnt. Die Schweden sind dafür bekannt, dass sie gerne ihre natürlichen Ressourcen nutzen und daher ist es zur herbstlichen Jahreszeit ihr liebstes Hobby, am Wochenende in den Wäldern zu wandern und sich dabei auf Pilzsuche zu begeben. 

Wenn du diese herbstliche Schweden-Tradition ausprobieren möchtest solltest du dich aber vor so manchem Pilz hüten, denn nicht alle Pilze sind essbar. Bis zum ersten Nachtfrost kannst du viele Pilze in den schwedischen Wäldern finden. Danach gibt es oft nur noch trattkantareller (Trompetenpfifferlinge oder Herbstpfifferlinge genannt) in nennenswerter Zahl. Das sind die schlanken, dunklen Pilze mit Stängeln, die wie Hühnerbeine aussehen. Sie sind sehr schmackhaft.

Halte also am besten Ausschau nach den Pilzsorten trattkantareller und vielleicht sind auch noch ein paar stensoppar oder karljohan (Steinpilze) aus dem Sommer übrig geblieben. Unerfahrene Pilzsammler gehen für das Pilze-Sammeln am besten nicht allein in die schwedischen Wälder, sondern heften sich direkt an die Versen der Schweden, damit keine giftigen Pilze im Korb landen. 

Der Herbst in Schweden ist auch die Zeit der schwedischen Herbstäpfel 

Wenn der Herbst da ist, wird es an der Zeit, Platz für neue Gewohnheiten zu schaffen. Es ist die perfekte Jahreszeit, um neue Inspiration in der Natur zu finden und eine Möglichkeit, Schweden in seinen buntesten Farben zu erleben. Dabei sind Pilze nicht das einzige Nahrungsmittel, das in der Kälte Schwedens gedeiht.

 Im Herbst sind viele Äpfel in Schweden erntereif. Das bedeutet auch, dass es Zeit für äppelpaj (Apfelkuchen), äppelmust (trüber Apfelsaft) und äppelmos (Apfelmus) wird. Im Herbst haben alle Hobby-Köche und Hobby-Bäcker in Schweden die Zeit ihres Lebens – dank all der großartigen Herbstäpfel der Saison. Dank des schwedischen Jedemannsrechtes darfst du fast überall zugreifen, was die Apfelbäume zu bieten haben. 

Zum Angeln raus in die herbstliche Natur Schwedens

Wenn die bunte Farbexplosion der schwedischen Wälder den Herbstbeginn verkündet, wird es Zeit für herbstliche Outdoor-Abenteuer. Es ist die Zeit, in der die endlosen Wälder und spiegelnden Seen zu neuem Leben erweckt werden. Dann werden Schwedens Landschaften von einer glasklaren Herbstluft eingehüllt und die ruhigen Schönheiten der Natur erstrahlen im herbstlichen Sonnenschein. Es gibt nichts Schöneres als ein weicher Waldboden, der von bunten Herbstblättern übersäht ist. 

Mit seinen vielen Seen, unberührten Flussläufen und einem riesigen Küstenstreifen bietet Schweden im Herbst zahlreiche Möglichkeiten zum Angeln. Die Gewässer sind artenreich: Lachs und Forelle sind in besonders großen Populationen zu finden. Ein typischer Schlechtwetter-Fisch ist der Hecht. Während er sich im Sommer bei heißen Temperaturen lieber in die tiefen Gewässer zurückzieht, schwimmt er bei herbstlichem Wetter eher oben, was ihn zu einem perfekten Fang im Herbst macht. Angeln ist in Schweden übrigens das ganze Jahr über möglich, auch wenn die Temperaturen weiter sinken. Im Winter ist das Eisfischen auf den zugefrorenen Seen ein stets beliebtes Hobby bei den Schweden. 

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